Der Gedanke schlank zu werden ist genau so groß wie der des Reichtums
Ästhetik und das Auge des Betrachters. Aus den Eckpunkten des bundespolitischen Programms geht hervor, dass zwei Drittel der Männer und 53 Prozent der Frauen in Deutschland als zu dick angesehen werden. Jetzt existiert also schon eine Ästhetikkommission. Nur noch ein Schritt entfernt von der biometrischen Ganzkörpererfassung. Gesellschaftliche Sanktionen wie Anstieg der Krankenkassenbeiträge, der rigorose Ausschluss aus Privatversicherungen oder öffentliche Verfemung sind bereits bittere Realität. Die mit der neuen Politkampagne deutlich tiefer greifenden, diskriminierenden Resultate kann man sich bereits ausmalen: Vollschlank wird zu einem K.-o.-Kriterium für jede Art von Reiseverkehr oder Nahverkehrsmittel. Zuschläge in kulturellen und öffentlichen Einrichtungen, die um verstärkte Abnutzung und Platzmangel und Übergriffen fürchten – letztere vor allem von Seiten radikaler Anhänger der allerorts gepredigten Medienästhetik.


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